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Sandberg-Modell – ein Modell, dass Möglichkeiten der Kulturbeschreibung anhand der Reflexion von teils mehr, teils weniger konventionalisierten Regeln, Geboten und Handlungen darstellt. Es wird dabei eine Perspektive genommen, die dem Sowohl-als-Auch von Kulturen gerecht werden soll, d.h. es wird hier berücksichtigt, dass Kulturen gleichzeitig heterogen und homogen sind und den Struktur- und Prozesscharakter zugleich aufweisen. So wie ein Sandberg vom Fundament über Peripheriebereiche bis hin zur Spitze Schichten unterschiedlicher Standfestigkeit hat, so variiert auch die Verbindlichkeit von Verhaltensregeln in einem Handlungsfeld. So gibt es Regeln, die aufgrund von Gesetzesvorgaben und Geboten oder aufgrund tradierter Interaktionsregeln über lange Zeit hinweg kontinuierlich praktiziert werden, und somit als „Muss-Regeln“ betrachtet werden können. In Verbindung mit entsprechenden natürlichen Umweltbedingungen bilden sie das Fundament eines kulturellen Akteursfeldes. Je weiter man sich im Sinne von der Sandberg-Metapher nach oben bewegt, desto hinterfragbarer bzw. unverbindlicher werden die Handlungsregeln. Maximen und Leitlinien werden dabei als „Soll-Regeln“ gesehen, und temporär „trendy“, für kleine Akteursfeldbereiche geltende Regeln sind auf der „Kann“- Ebene zu finden. Veränderungsdynamiken von Konventionen, Leitlinien und Trends sind nicht prognostizierbar.


Schema Kognitive Struktur, die Wahrnehmungen bzw. Wissen organisiert. Vermutlich sind Schemata als Cluster organisiert. Man kann sich dies am Beispiel von Assoziationsketten verdeutlichen: Z.B. werden Assoziationen zum Begriff „Einsamkeit“ kulturell sehr unterschiedlich ausfallen und auch zu sehr unterschiedlichen Assoziationsnetzwerken weiterleiten. Je differenzierter derartige Schemata ausgeprägt sind, desto geringer ist die Gefahr einer stereotypengeprägten Weltsicht.


Selbstbild – Fremdbild – Das eine existiert nur in Abhängigkeit vom anderen: Bei Definitionen des “Fremden” kommen nicht „objektive“ Kriterien zur Geltung, die Einschätzung dieses Fremden in Bezug auf einen selbst. Unsere Beziehung zum Anderen entscheidet darüber, wie „fern“ oder „fremd“ es für uns ist. Viel folgenreicher noch ist der Umstand, dass wir nicht nur das andere, sondern auch uns selbst über die Einschätzung dieser Beziehung definieren; ein Sachverhalt, der deutlich in dem von Psychologen und Philosophen häufig verwendeten Gegensatzpaar Ego – Alter Ego zum Ausdruck kommt. Kurz gesagt: Wir definieren uns immer im Verhältnis zu anderen – und umgekehrt. Hierbei handelt es sich in der Regel nicht um einmalige Definitionen: Ob ich mich als „mager“, „vollschlank“, „dünn“ oder „dick“ bezeichne, hängt unter anderem auch davon ab, in welchem Bezugsverhältnis ich mich auf eine bestimmte Art und Weise einschätze. Fest steht, dass ein Selbstverständnis nicht möglich wäre, wenn es nicht den „Anderen“, „Fremden“ gäbe, mit dem ich mich vergleichen könnte. Umgekehrt ist auch mein Verständnis des Fremden in erster Linie davon abhängig, wie ich mich selbst in dieser Beziehung sehe. Man spricht in diesem Zusammenhang von Selbst- und Fremdbildern, die in einem wechselseitigen Zusammenhang stehen und außerhalb dieses Zusammenhangs auch nicht denkbar wären. So können sich Selbsteinschätzungen in Abhängigkeit zu unterschiedlichen Fremdbildern vollkommen verändern.


Selbstdisziplin – Eigenkontrolliertes Verhalten praktizieren; Fähigkeit zu Selbstorganisation und Zeitmanagement.


Simulation – Der Übungstyp der Simulation kann in Trainings auf vielfältige Weise eingesetzt werden, um interkulturelle Handlungskompetenz besonders auf affektiver und verhaltensbezogener Ebene zu stärken. Didaktisch kann dies sowohl mit, als auch ohne technische Hilfsmittel (z.B. computerbasiert) erfolgen. In der Praxis des interkulturellen Trainings können verschiedenste Gruppen von Schulklassen über Studierende bis hin zu Führungskräften in der Vorbereitung auf Auslandsaufenthalte von der Simulation profitieren.

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Stereotype – Fossilierte („verhärtete“) Schemata, mit denen wir wahrgenommene Eindrücke, Bilder etc. einordnen, kategorisieren. Einerseits bieten Stereotype eine Orientierungsfunktion, indem sie den Umgang mit dem Unbekannten erleichtern und andererseits sind sie inhaltlich ein Spiegel der Erfahrungen und des Wissensvorrates derjenigen, die sie äußern. Stereotype (sowie Vorurteile) stellen nicht per se eine Misslingensbedingung für interkulturelle Kommunikation dar. Man sollte sich jedoch der Konsequenzen der Verwendung von Stereotypen und Vorurteilen bewusst sein und sich selbst zu einer so weit wie möglich differenzierten Sichtweise zwingen.

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Synergiebewußtsein – Nicht an bestehenden Strukturen festhalten, sondern prozessorientiert handeln, Zufälligkeiten und Selbststeuerungsprozesse zulassen und die Entstehung von qualitativ Neuem, das weder für die eine noch für die andere Kultur „typisch“ ist, befördern.