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Gedächtnis, kulturelles – Gemeinsamer Wissensvorrat eines Kollektivs, aus dem heraus Bedeutungen und Wirklichkeitskonstruktionen generiert werden. Jan und Aleida Assmann, die wesentlich zur theoretischen Profilierung des „kulturellen Gedächtnisses“ beigetragen haben, sprechen auch von einem „Archiv“ tradierten Wissens. Das kulturelle Gedächtnis einer Gruppe ist kommunikativ vermittelt und repräsentiert in seiner Prozesshaftigkeit wesentlich die Erfahrungs-Erwartungs-Dialektik: Wirklichkeit wird auf der Grundlage tradierten Wissens gedeutet, und das Ergebnis des Deutungsprozesses wird als neue Erfahrung an die bestehenden Wissensvorräte „angedockt“. Wie solche Tradierungsprozesse vonstattengehen, warum bestimmte Erfahrungen einen besseren „fit“ zu bestehenden Erinnerungs- „Netzwerken“ bieten als andere, wird man im Einzelfall allerdings noch nicht einmal ansatzweise rekonstruieren können. Könnte man es, wäre man in der Lage, das kulturelle Gedächtnis einer Ethnie zu bestimmen, und das wird auch mit den bestentwickelten informationstechnologischen Mitteln nicht möglich sein.


„Glokalisierungs“-Theorie – Eine Theorie von Roland Robertson, der zufolge sich konvergente und divergente Entwicklungen in einem Wechselspiel befinden, d.h. dass die Prozesse der Homogenisierung und Heterogenisierung von Kulturen gleichzeitig stattfinden, ineinanderfließen und sich gegenseitig durchdringen.