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Fall1: Konversation unter Freunden

Antwort 3. Kate fühlt sich durch Susannes Bemerkung persönlich angegriffen, da sie Fremdkritik am amerikanischen Präsidenten als Kritik an den USA versteht, mit denen sie sich identifiziert.
(So entschieden 57,9% der Deutschen und 63,2% der US-Amerikaner.)

Diese Antwort trifft den entscheidenden Punkt. Kates Reaktion ist eindeutig mit der patriotischen Grundeinstellung der Amerikaner zu erklären. Wie schon in der Rückmeldung zu Antwort 2 angedeutet, empfinden Amerikaner gegenüber ihrem Land, ihrer Lebensweise, ihrer Demokratie und Verfassung ein Gefühl von Stolz, zu dem sie sich offen bekennen. Weder außenpolitische Fehlschläge, noch die inneren Probleme haben dem amerikanischen Nationalstolz einen ernsthaften Dämpfer versetzen können. Sie identifizieren sich viel stärker mit ihrer Nation bzw. ihrem Land als wir Deutschen und fühlen sich folglich auch schneller durch politische Kritik von außen persönlich angegriffen.

Da dies die wahrscheinlichste Erklärung darstellt, folgen hier die Erläuterungen zu den übrigen Antwortmöglichkeiten:

Antwort 1. Kate fasst Susannes Bemerkung als Kritik an ihrem Land auf, die einem Ausländer nicht zusteht. (So entschieden 15,8% der Deutschen und 10,5% der US-Amerikaner.)

Mit dieser Antwort liegen Sie nicht falsch. Auch wenn sich Amerikaner teilweise sehr selbstkritisch gegenüber der Politik der eigenen Regierung äußern, akzeptieren sie diese Kritik nicht von Ausländern. Dabei mag es durchaus sein, dass Kate die Ansicht von Susanne teilt. Entscheidend ist aber, dass kritische Äußerungen von Seiten eines ausländischen Gastes als anmaßend und respektlos angesehen werden, was mit dem starken Nationalbewusstsein der Amerikaner zusammenhängt. Umgekehrt würden die meisten Amerikaner sehr zurückhaltend sein, wenn es um die Beurteilung eines politischen Repräsentanten Deutschlands ginge.

Antwort 2. Amerikaner haben ein besonderes Loyalitätsverständnis gegenüber ihrem Präsidenten, der demokratisch gewählt wurde. (So entschieden 19,7% der Deutschen und 10,5% der US-Amerikaner.)

Diese Antwort ist hier eher unwahrscheinlich. Das Nationalbewusstsein der Amerikaner äußert sich vor allem im Stolz auf das politische System der Vereinigten Staaten, d.h. auf die amerikanische Verfassung mit der Garantie von Freiheit und Gleichheit sowie auf die demokratische Struktur. Dies schließt keineswegs aus, dass bei vielen Amerikanern eine skeptische Grundhaltung gegenüber den eigenen Institutionen und politischen Repräsentanten vorherrscht. Im Gegenteil: Ein großer Teil der amerikanischen Bevölkerung hält Politik für ein schmutziges Geschäft. Doch vor Ausländern wird dem Präsidenten aufgrund der patriotischen Grundeinstellung die Treue gehalten.

Antwort 4. Kate hat das Gefühl, dass alle Welt negativ gegenüber den USA eingestellt ist, weshalb sie diese deutliche Abwehrhaltung einnimmt.
(So entschieden 6,6% der Deutschen und 15,8% der US-Amerikaner.)

In Anbetracht der aktuellen politischen Situation ist diese Antwort nicht auszuschließen. Besonders seit den Einmärschen in Afghanistan und im Irak stößt die Politik der amerikanischen Regierung bei vielen Nationen auf harte Kritik, was zu einem schlechteren Ansehen der USA führte. Dies ist politisch-informierten Amerikanern wie Kate bewusst, was mit dazu beigetragen haben könnte, dass sie so sensibel auf negative Bemerkungen eines ausländischen Gastes reagiert als eine Art Schutzmechanismus.

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Idee und Konzept: interculture.de / FG IWK Uni Jena/ Setiawati Darmojuwono, Kathrin Lahl & Anke Spiegel

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