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Hallo, wie geht's?

Antwort 3: Am Anfang findet sie Petra ganz nett, bis für sie die Frage kommt: Wie lange bleibst du noch? Sie fühlt sich wie ein ungebetener Gast. (So entschieden 46% der Deutschen und 42% der Polen.)

Die polnische Studentin empfindet die Frage als Angriff und interpretiert sie eher im Sinne, wann sie zurück geht. Sie glaubt, Deutsche würden meinen, polnische Arbeiter stellten eine Gefahr für den deutschen Arbeitsmarkt dar. Es entsteht bei ihr eine Assoziation, dass sie in Deutschland nicht willkommen ist und dass sie nach dem Studium zurück gehen muss.

Da dies die wahrscheinlichste Erklärung darstellt, folgen hier die Erläuterungen zu den übrigen Antwortmöglichkeiten:

Antwort 1: Magda freut sich zuerst, dass jemand sie anspricht, fühlt sich aber zunehmend durch die auf sie unpersönlich wirkenden Fragen gelangweilt. (So entschieden 4% der Deutschen und 28% der Polen.)

Ein Kennenlerngespräch auf einer polnischen Party weicht von dem dargestellten Thema ab. Das Gespräch wird viel lockerer gestaltet. Das Uni-Leben wird aus einer anderen Perspektive betrachtet. Man bezieht sich eher auf zwischenstu-dentische Beziehungen, lästert über Dozenten etc.. Strikt wissenschaftliche Themen bezüglich der Hausarbeiten und Seminare gelten als spießig und sind auf einer Party fehl am Platz.

Antwort 2: Sie fühlt sich durch die Fragerei in die Enge getrieben und ausgefragt, wirkt daher unsicher und zieht sich zurück. (So entschieden 19% der Deutschen und 13% der Polen.)

Die schnelle Abfolge der Fragen erfolgt in einem zu engen Rahmen, der aus polnischer Sicht als Prüfungssituation gesehen wird. Hieraus entsteht ein Hie-rarchiegefühl. Für einen Polen entsteht der Eindruck, dass er nicht die Möglich-keit hat, das Gespräch mit zu gestalten.

Antwort 4: Magda fühlt sich von Anfang an unwohl, weil sie glaubt, sprachliche Probleme zu haben. (So entschieden 31%der Deutschen und 17% der Polen.)

Ein Fremdsprachenlernender aus Polen fühlt sich in einer direkten Kommunikationssituation mit einem Muttersprachler oft verunsichert. Obwohl die meisten Studenten aus Polen gute Deutschkenntnisse besitzen, trauen sie ihren Sprachfähigkeiten nicht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im polnischen Fremdsprachenunterricht immer noch mehr Wert auf die grammatische Korrektheit als auf die Kommunikation gelegt wird. Dies hat zur Folge, dass der Fremdsprachenlernende aus Polen oft sprachliche Kommunikation im Zielland meidet, um der Gefahr auszuweichen, einen Fehler zu begehen.

 

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Idee und Konzept: interculture.de / FG IWK Uni Jena / Dorota Antkowiak, Agata Bratkowska, Alicja Kulawiak, Mario Schulz & Katarzyna Spiewa