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Cross Cultural Studies – kulturvergleichende Ansätze bes. der Psychologie und der Ethnologie, die auf einer zweiwertigen Logik („entweder – oder“) beruhen. Der Begriff darf nicht mit interaktionsorientierten Intercultural Studies verwechselt werden.


Critical Incident – Krisenbesetzte interkulturelle Interaktionssituation bzw. interkulturell begründetes Missverständnis. Das Einsetzen von „Critical Incidents“ in Trainings ist kritisch zu bewerten, da dies zur Festschreibung eines Images von interkulturellem Handeln als grundsätzlich problembeladenem Handeln beitragen und eine unerwünschte Stereotypenbildung fördern kann. Es empfiehlt sich, nicht negative, sondern primär positive Aspekte interkultureller Begegnungen zu thematisieren.


Culture Assimilator – Ein Trainingstyp, bei dem ein Critical Incident im Mittelpunkt steht. Mögliche Ursachen der im Rahmen einer kleinen Fallstudie beschriebenen Missverständnissituation werden genannt und müssen per Multiple-Choice-Verfahren in Hinblick auf ihre Plausibilität eingeschätzt werden. Kritisch ist hier anzumerken, dass Culture Assimilator-Übungen vorgeben, es gäbe für die Erklärung von interkulturellen Missverständnissen objektiv gültige Lösungen. Darüber hinaus kann durch die Akzentuierung auf den problembehafteten Interaktionssituationen der Eindruck vermittelt werden, dass interkulturelle Begegnungen zwangsläufig in Konflikte münden müssen. Auch die Initiierung von Stereotypisierungsprozessen ist als Gefahr bei der Arbeit mit Kulturassimilatoren zu sehen.

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Culture bound – Culture free – Gegensatzpaar, das sich auf die Kulturgebundenheit z.B. von Konsumgüterprodukten bezieht. Im internationalen Marketing dient dies als Indikator für die Entscheidung, ob man eher kulturspezifisch oder eher standardisierte Kampagnen durchführt. Weitgehend „culture free“ sind Produkte aus dem IT-Bereich, sehr stark kulturgebunden sind hingegen Lebensmittel und Hygieneprodukte.


Cultural Due Diligence – Verfahren zur Unternehmensbewertung, das bei internationalen Merger & Acquisition-Prozessen eingesetzt wird und mit dessen Hilfe nicht nur finanzielle, sondern auch kulturelle Aspekte einer möglichen Kooperation beurteilt werden.


Cultural Studies – Eine transdisziplinäre Forschungsrichtung, die grundsätzlich alle Ausdrücke und Erscheinungsformen von Kultur in einer Gesellschaft untersucht. Besonderes Augenmerk wird auf den Bereich der Alltagskultur gerichtet. Das Verhältnis von Kultur, sozialer Praxis und Macht gerät dabei immer wieder in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Zur Erfassung von Kulturen werden am häufigsten mikro- oder makroanalytische Ansätze eingesetzt. Dadurch entstehen Probleme, mit denen Kulturbeschreibungen im Rahmen von „Cultural Studies“ heute vielfach belastet sind: Entweder sie stellen das Individuelle in den Vordergrund und verlieren das Gemeinsame, Kulturdefinierende aus dem Blick oder sie suchen kulturelle Spezifika mittels mehr oder minder beliebiger Kategorienbildungen zu erschließen, was zur Vernachlässigung von Heterogenität und Reziprozitätsdynamiken einer Kultur sowie zu Stereotypenbildungen führt. Den Versuch, mikro- oder makroanalytische Perspektiven zu integrieren, d.h. den richtigen Grad zwischen Generalisierung und Detail zu finden, stellt eine kulturelle Stilforschung dar.